Valentino

Gleich nach der ersten Begegnung mit dem Modemacher bestellte Jackie Kennedy sieben Roben, eine seiner allerersten Kundinnen war einst Elizabeth Taylor. Valentino Garavanis fertigte Roben und Kleider, die jede Frau zu einer Stilikone erhoben.

Die Inspiration für seine Entwürfe holt er sich laut Eigenaussage aus der Bildenden Kunst. Und seine Kreationen sind Kunstwerke: Stets elegant, teilweise außergewöhnlich mit einem gleichten Hang zur Extravaganz. Die Schnitte der Valentino-Roben sind schmal und schlicht, die Farben in der Regel uni, die Stoffe fließend. Aufwendige Perlen- und Paillettenstickereien, goldener Spitze und Silber verleihen den Kleidern ihren glamourösen Look:
Das ist der unverwechselbare Stil des Modemachers Valentino Gravanis. Doch sein bekanntestes Markenzeichen ist das spezielle Rot, das “Valentino-Rot”.

In nahezu jeder Kollektion befindet sich mindestens eine aufwendige Robe in dem leuchtenden Farbton, der genauso zu dem Modemacher gehört wie seine unveränderte Steh-Frisur und sein gut gebräunter Teint. Im Jahre 2008 zog sich der Designer aus der Modewelt endgültig zurück, doch er kann auf eine 45-jährige Geschichte als Modemacher und kreativer Kopf seines Unternehmens zurückblicken.

 

 

Die Unterstützung der Mutter

Geboren wurde der Designer 1932 in einem Provinz-Örtchen zwischen Turin und Mailand in wohlhabenden Verhältnissen. Seine Mutter unterstützte stets den modischen Werdegang ihres Sohnes. Sie war eine bekennende Liebhabern des Stummfilmstars Rodolfo Valentino, nach dem sie ihren Sprössling benannte. Mit gerade einmal 17 Jahren zog es ihn in die französische Modehauptstadt Paris. Hier absolvierte der junge Valentino ein Studium an der Modeschule „Ecole de la Chambre Syndicale de la Couture Parisienne“. Doch er kehrte bald nach Rom zurück. 1960, im Alter von 28 Jahren gründete der Modeschöpfer gemeinsam mit seinem Lebensgefährten Giancarlo Giammetti das Unternehmen „Valentino SpA“. Mit einer Modeschau auf der Pitti-Modemesse in Florenz zwei Jahre später wurde ihm erstmals internationale Beachtung geschenkt.

Der Durchbruch dank Liz und Jackie

Seinen Durchbruch hat der Designer allerdings zwei Damen zu verdanken. Liz Taylor trug zur Premiere von „Spartacus“ eine weiße Robe von Valentino. Später entdeckte Jackie Kennedy die Kreationen des Modemachers für sich und trug ab 1964 äußerst medienwirksam seine Entwürfe. Zu ihrer Hochzeit mit dem Multimilliardär Aristoteles Onassis im Oktober 1968 ließ sie sich ihr kurzes, Hochzeitskleid von Valentino fertigen. Sie bezeichnet er noch heute als die wichtigste Frau in seinem Leben. Die beiden verband bis zum Tod der ehemaligen First Lady eine lange Freundschaft. Auch Audrey Hepburn oder Lady Di gehörten zu seinen Kundinnen. Heute trägt die Hollywood-Prominenz die Robe von Valentino zur Oscar-Verleihung.

Valentino in der Front Row

Oftmals wechselte das Modehaus den Eigentümer. Als kreativer Kopf blieb Valentino seinem eigenen Unternehmen allerdings lange erhalten. Seine erste Boutique eröffnete der Modemacher dank der finanziellen Unterstützung seines Vaters in der berühmten Einkaufsstraße Via Condotti in Rom. Trotz einer Villa auf Capri und einem Schloss bei Paris blieb er bis zum Ende seiner modischen Karriere Rom stets erhalten – hier arbeitete und lebte er in seiner Schaffenszeit.

Mit einer Frühlings-/Sommerkollektion verabschiedete sich der damals 76-Jährige 2008, ein Jahr nach dem 45-jährigen Jubiläum seines Modehauses, endgültig aus der Fashion-Welt und übergab die kreative Führung an die Modedesignerin Alessa Facchinetti. Allerdings versuchte sie ihren eigenen Kreationen durchzusetzen und so wurde sie nach nur drei Schauen von dem italienischen Designer-Duo und langjährigen Valentino-Mitarbeitern Maria Grazia Chiuri und Pier Paolo Piccioli ersetzt. Bei den Schauen des Modehauses erlebt man den großen Modemacher, der zum Ritter der französischen Ehrenlegion geschlagen wurde, heute noch. Allerdings nur als Zuschauer – selbstverständlich in der Frontrow.

Pierre Cardin

Pierre Cardin wurde hauptsächlich wegen seiner innovativen Space-Age-Designs bekannt. Cardin hatte eine Affinität mit Geometrie und brachte Dies auf deutliche Weise in vielen seiner Designs zum Ausdruck. Mit seinen “Bubble Kleidern” geriet Er endgültig ins internationale Rampenlicht und darüber hinaus wird Ihm das Konzept der Street Fashion gutgeschrieben.

Der französische Modeschöpfer sorgte in den sechziger Jahren durch seine futuristisch anmutenden Kleider für Furore. Ähnlich wie André Courrèges und Paco Rabanne experimentierte er damals mit neuen Formen und Materialien in der Mode. Cardin hatte sich damals von der Raumfahrt-Euphorie anstecken lassen, nachdem 1961 der Russe Yuri Gagarin als erster Mensch ins Weltall flog.

Er schuf geometrische Formen, die seine Kleider roboterhaft aussehen ließen. Seine Kleider wirkten manchmal wie Flugobjekte, sie waren kantig geometrisch, die Hüte sahen aus wie Sattelitenscheiben, die Minikleider ließ er mit Quadraten ausstaffieren. Auch in der Auswahl der Stoffe war er seiner Zeit voraus: Er benutzte Vinyl und Plastik oder silbergefärbtes Leder. Berühmt machten ihn auch die Naro-Sakkos, die er für die Beatles entwarf – ohne Kragen und mit einem runden Halsausschnitt.

Kostüme für Cocteaus „La Belle et la Bête“

Pierre Cardin, der eigentlich Pietro Cardini hieß, wurde am 2. Juli 1922 in San Biagio di Callalta in der Nähe von Venedig als jüngstes von sieben Kindern eines Weinhändlers geboren. Aus wirtschaftlichen Gründen wanderte seine Familie nach Frankreich aus. Cardin lernte Herrenschneider und ging nach der Befreiung Frankreichs 1944 nach Paris, wo er Modezeichner bei Paquin wurde. Durch ihn bekam er Kontakte zu Theater und Film, unter anderem entwarf der die Kostüme für Jean Cocteaus Film „La Belle et la Bête“.

Von 1947 bis 1950 arbeitete er für Christian Dior, als dieser mit dem „New Look“ für Aufsehen sorgte, und machte sich schließlich 1950 mit einem eigenen Modehaus selbstständig. Er stand bald im Ruf, die besten Herrenanzüge und Schneiderkostüme von Paris anzufertigen. 1952 präsentierte Cardin seine erste Haute-Couture-Kollektion. Mitte der fünfziger Jahre eröffnete er auf der eleganten Rue du Faubourg Saint-Honoré zwei Boutiquen, die er „Adam“ und „Eve“ nannte.

Lizenzverträge in allen Herren Länder

Cardin war ein glänzender Vermarkter seiner Mode, auch wenn man ihn dafür kritisierte, dass er Ende der fünfziger Jahre für verschiedene Kaufhäuser Prêt-à-porter-Kollektionen entwarf – woraufhin ihn das „Chambre Syndicale de la Couture Parisienne“ aus der Kammer ausschloss. Cardin war auch der erste, der Handarbeiten durch Maschinen ersetzte und Accessoires und Haushaltswaren wie Porzellan, Bestecke und Tischwäsche in seine Modelinie aufnahm. Seine Geschäftstüchtigkeit zeigte sich auch auf anderen Gebieten. 1981 kaufte er zum Beispiel das Pariser Nobelrestaurants „Maxim’s“. Den Namen hatte Cardin bereits seit 1978 für verschiedene Produkte wie Champagner und Gänseleber, Koffer, Möbel und Kleidung benutzt. 1983 eröffnete er Luxus-Restaurants im „Maxim’s“-Stil in Moskau, New York und Peking.

Cardin knüpfte bereits in den siebziger Jahren Kontakte nach China, 1995 schloss er einen Vertrag mit der chinesischen Regierung ab und produzierte fortan die Uniformen für Armee und Polizei. Der Modeschöpfer vergab zudem in fast alle Länder der Welt Lizenzverträge, was allerdings im Laufe der Jahre dazu führte, dass seine Marke verwässerte und seine Produkte nicht mehr als Luxusartikel wahrgenommen wurden.

Cardin lebt heute zurückgezogen an der Côte d’Azur, wo er ein herrschaftliches Anwesen besitzt, das in den sechziger Jahren gebaut wurde und an eine Weltraumstation erinnert.

Hubert de Givenchy

Hubert de Givenchy gehört zweifelsohne zu den begnadetsten Modeschöpfern unserer Zeit. Seine Kreationen haben die Mode revolutioniert, mit stilsicherer Eleganz bereichert und großen Designern inspirierende Impulse geschenkt.

Statt eine juristisch Laufbahn einzuschlagen, wie es von ihm erwartet wurde, schloss Givenchy mit 17 Jahren sein Studium an der École des Beaux Arts in Paris ab. Es war seine Mutter gewesen – ihre Schönheit und ihr Sinn für Eleganz, die den jungen Givenchy in seiner Berufswahl maßgeblich beeinflusst hatte. Der Sohn eines Verwaltungsbeamten begann seine Lehre im Modeatelier von Jacques Fath. Kein Geringerer als Christian Dior empfahl Givenchy dem Schweizer Modeschöpfer und Parfümeur Robert Piguet. Die Arbeit für die italienisch-französische Modeschöpferin Elsa Schlaparelli rundete die Pariser Lehrzeit von Givenchy ab. Danach zeichnete Givenchy Entwürfe für Lucien Lelong – die für Lagerfeld noch heute sämtliche Stickereien für Chanel kreieren – Pierre Balmain und Christian Dior. Cristóbal Balenciaga (der Spanier duldete nur Männer in weißen Kitteln in seinem Modeatelier) wurde zu seinem wichtigsten Mentor und lehrte Givenchy, dass die Essenz der Schönheit in Harmonie, Qualität und sorgfältig erarbeiteten Vollkommenheit liegen: Weniger

Audrey Hepburn mit ihrem ersten Ehemann Mel Ferrer (links) 1955 bei einer Givenchy-Modenschau in Paris und im November 1991 mit Hubert de Givenchy auf einer Gala.

Schauspielerin Audrey Hepburn (1929-1993), Tochter einer belgischen Baronin, und der französische Modeschöpfer Graf Hubert James Marcel Taffin de Givenchy Mitte der 1980er Jahre.

Die erste Konfektionskleidung im Luxus-Segment

1952 eröffnete Givenchy immer noch blutjung sein eigenes Atelier in Paris. Die Modewelt zeigte sich schockiert: Aufgrund des knappen Budgets präsentierte der junge Designer Roben aus Leinen, Bast, Baumwolle und Stroh. Damals entstand auch die heute legendäre Bettina Bluse – nach dem Model Bettina Graziani benannt. Die Damenwelt dankte dem bescheidenen Designer für seine durchdachten Entwürfe. 1953 richtete er Dependancen in Zürich, Rom und Buenos Aires ein und schon ein Jahr später brachte Givenchy als der erste Designer weltweit eine Luxus-Konfektionskleidung-Kollektion auf den Markt.

Die Muse von Hubert de Givenchy

Audrey Hepburn wurde Givenchys anmutige Muse und innige Freundin. Sie trug ausnahmslos die Entwürfe ihres persönlichen Lieblings-Designers. Das „Kleine Schwarze“ Givenchy-Kleid für „Frühstück bei Tiffanys“ wurde Kult und 2006 das teuerste Kleid aller Zeiten, als es für über 600.000 Euro bei Christies versteigert wurde. Audrey Hepburn zu Ehren brachte der Modezar 1957 auch eine individuelle Parfumlinie auf dem Markt: L’interdit. Erstmalig warb also eine bekannte Schauspielerin für einen Duft – der Erfolg war garantiert.

Der Designer von Aristokratie und Hollywood

Klare Linien, hohe Taillen, oftmals grelle Farben und übergroße Hüte bestimmten den Stil von Givenchy. 1957 setzte Givenchy den eingeschnürten Taillen der 1950er Jahre seine sogenannten „Sack“-Silhouette entgegen. Zeitgleich ermunterte Givenchy Frauen mehr Bein zu zeigen – und propagierte damit eine aristokratisch moderne Mischung aus Traditionsbewusstsein, Bewegungs- und Gedankenfreiheit. Schulterpolster oder Einlagen, die einem Stoff oder der Silhouette der Trägerin Zwang antun, waren für ihn undenkbar. Einzig schnörkellose Eleganz sollte den Charakter der Trägerin unterstützen. Stars wie Grace Kelly, Elizabeth Taylor, Jackie Kennedy, Wallis Simpson bestätigten der Welt, dass Givenchy sein Werk verstand. Und natürlich ließ sich auch die französische Aristokratie von dem Grafen veredeln.

Der Abschied eines Mode-Genies

1988 verkaufte Hubert de Givenchy sein Unternehmen an den französischen Luxusgüterkonzern LVMH, blieb jedoch Chefdesigner seines eigenen Labels. Acht Jahre später verabschiedete sich der Designer mit einer großen Fashion Show endgültig von der Modebranche. Danach übernahmen nacheinander John Galliano, Alexander McQueen und Julien MacDonald die kreative Leitung des Modehauses. Seit 2005 ist der italienische Designer Riccardo Tisci für die Prêt-à-Porter-, Haute Couture- und Accessoires-Linie von Givenchy verantwortlich. Nach seinem Abschied im Jahr 1996 arbeitet der „Aristokrat der Mode“ als Gärtner und Innendesigner. Von der heutigen Modewelt zeigt sich der Altmeister enttäuscht. Die Menschen auf der Straße seien hässlich und nachlässig gekleidet, die Krise und der Überfluss förderten ostentativem Luxus und übertriebene Verspieltheit – die Zeit der Eleganz sei endgültig abgelaufen, konstatierte er in einem Interview.

Stilköniginnen wie Greta Garbo, Grace Kelly, Audrey Hepburn, Jackie Kennedy und die Herzogin von Windsor, aber auch Museen und Fotogalerien haben Givenchy unauslöschlich im kollektiven Gedächtnis des guten Geschmacks verankert – vielleicht für die Ewi

Christian Dior

Der französische Designer zählte zu den populärsten Modeschöpfern der Welt. Ab Ende der 1920er Jahre betätigte er sich zunächst als Kunsthändler in Paris. In den 1930er Jahren erweiterte Christian Dior sein Tätigkeitsfeld durch eigenes kreatives Schaffen: Er entwarf erste Modeskizzen für eine Zeitschrift und begann ab 1938 als Designer für Pariser Modehäuser zu arbeiten. Seinen internationalen Durchbruch feierte Dior ab 1947 mit dem “New Look” sowie der “Glockenblumen-Linie”, die ihn zum führenden Couturier der 1950er Jahre aufsteigen ließ. Nach nur zehn Jahren im Licht der Öffentlichkeit verstarb Dior auf dem Höhepunkt seiner Karriere…

                             

Christian Dior wurde am 21. Januar 1905 in Granville, Normandie, als Sohn einer wohlhabenden Großindustriellenfamilie geboren.

Nach Beendigung der Grundschule zog Dior mit seinen Eltern nach Paris, wo er die Ecole de Sciences Politiques besuchte. Nach dem Abitur und einer Diplomatenausbildung eröffnete Dior 1928 in Paris eine Kunstgalerie, welche sich schnell in den erlesenen Kunstkreisen der Stadt einen Namen machte. Darüber hinaus war Dior auch mit zahlreichen Zeichnungen und Illustrationen künstlerisch tätig. So entstanden ab 1931 seine ersten Modekreationen in Form von Hut-Skizzen im Auftrag der Zeitschrift “Le Figaro Illustré”. 1937 erweiterte Dior sein Tätigkeitsfeld, um erste Damen-Modelle (Kostüme, Mäntel, Schuhe) zu entwerfen.

Im Jahr 1938 wurde Dior Designer im Hause “Piquet” und 1940 wechselte er als Chefdesigner zu “Lelong”. Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in Frankreich flüchtete der Designer 1940 vor den Besatzern bis zum Kriegsende 1945 nach Südfrankreich. Mit der finanziellen Hilfe eines wohlhabenden Freundes der Familie Boussac gründete Dior 1947 unter dem Label “Christian Dior” sein eigenes Modehaus in Paris. Größte Erfolge feierte er noch im selben Jahr mit seinem Entwurf des “New Look” in Amerika. Diese Kreationen bestanden aus weiblichen, figurbetonten Kleidoberteilen mit runden Schultern und weit ausschwingendem Rock.

Des weiteren setze Dior mit farblich abgestimmten Accessoires, wie zum Beispiel einem zierlichen Hut und Stockschirm, völlig neue Akzente, die ihn zum wegweisenden Couturier seiner Zeit machten. Populär wurden die “New Look” Entwürfe unter der Bezeichnung “Ligne Corolle” oder “Glockenblumen-Linie”. Nach diesen Erfolgen in den USA gründete Dior 1949 die “Christian Dior New York Inc.”, welche unter diesem Namen auch an Pariser Prêt-à-Porter-Auftritten vertreten war. Im selben Jahr, 1949, war der Designer auch mit seiner ersten Modenschau in Hamburg vertreten. 1951 führte er die Handelsmarke “Dior” für den weltweiten Vertrieb seiner Produktion in Lizenz ein.

                                                          

                                                          

 

 

Impressions:

                                                                  

Coco Chanel

Die französische Designerin war wie keine Zweite für die Mode ihres Jahrhunderts prägend. Ihren internationalen Durchbruch feierte sie 1923 mit dem Parfum “No 5”. Als Vorlage des typischen Chanel-Stils dienten ihr die Uniformen der Weltkriege. Mit ihrer Linie verhalf sie erstmals der emanzipierten und gleichberechtigten Frau zu ihrem modischen Ausdruck. Coco Chanel schaffte das Korsett ab, erfand 1926 das “Kleine Schwarze”, den Modeschmuck, kürzte die Röcke auf eine skandalöse Länge knapp unterhalb des Knies und entwarf gestrickte Badeanzüge, die auf Oberschenkellänge endeten. Chanel behauptete sich damit als eine legendäre Persönlichkeit der Emanzipation, deren Popularität in eines der bedeutendsten Modelabels der Welt mündete…

                    

 

Coco Chanel, eigentlich Gabrielle Bonheur Chasnel, wurde am 19. August 1883 als zweite Tochter eines Straßenhändlers in Saumur in der Auvergne geboren.

Sie war ein uneheliches Kind. Die Mutter, die die Ehe vortäuschte, ließ ihre Tochter auf den Familiennamen des Vaters taufen. Durch einen Schreibfehler im Taufbuch wurde das “s” im Namen übersehen und auch später nicht wieder korrigiert. Aufgewachsen ist Chanel in ärmlichen Verhältnissen. Als sie zwölf Jahre alt war, verstarb die Mutter. Der Vater, der das Sorgerecht erhielt, gab sie und ihre ältere Schwester in die Obhut eines Waisenhauses. Mit Erreichen des 16. Lebensjahres wurde Chanel aus dem Waisenhaus entlassen. Sie begann zunächst als Näherin zu arbeiten und zog später nach Paris, um in diversen Nachtclubs als Sängerin und Tänzerin aufzutreten.

Hier erhielt sie den Bühnennamen “Coco”, der nach einer Weile auch ihr Rufname wurde. Ab 1909 arbeitete sie als Modistin in Paris. Ihr Wunsch war es, sich als Hutmacherin selbstständig machen zu können. Ein wohlhabender Verehrer stellte ihr 1910 die finanziellen Mittel zur Verfügung, und so konnte sie im Atelier eines Wohnhauses mit der Produktion von Hüten nach eigenem Design beginnen. Der Verkauf ihrer Arbeiten lief bestens, so dass sie schon nach kurzer Zeit ihr erstes Hutgeschäft in Paris eröffnen konnte. Als sie im Auftrag der Kunden auch Kleider entwarf, entstanden völlig neue, schlichte Kleider in großflächigen Grundfarben. Kleider von Coco Chanel wurden zum edlen Luxus-Produkt der Pariser Szene und schon 1914 eröffnete sie unter ihrem Namen erste Boutiquen in Deauville und Biarritz.

Ab 1918 lancierte sie Pyjamas für Frauen, der bisher nur den Männern vorbehalten war. 1919 eröffnete sie einen Modesalon in Paris. Chanel zeigte sich nicht nur als herausragende Modeschöpferin, sondern auch als erstklassige Geschäftsfrau. Ihren Durchbruch vollzog sie allerdings nicht mit ihrer Mode, sondern 1923 mit dem Parfum “Chanel Nr. 5”. Dieser Duft war auch der erste, der unter dem Namen des Schöpfers präsentiert wurde. 1926 entwarf sie das erste “Kleine Schwarze”. Schlagzeilen machte sie Anfang der 1930er Jahre, als sie mit den Nationalsozialisten sympathisierte. Auch einige Freundschaften zu hochrangigen deutschen Offizieren aus dieser Zeit wurden ihr vorgeworfen. Während des Krieges zog sich Chanel ab 1939 aus dem Geschäftleben und allen Aktivitäten zurück.

Ihre Zeit nutzte sie, um eine neue Kollektion zu entwerfen. Als Vorbild und Inspiration dienten ihr die Uniformen des Zweiten Weltkrieges. Vorlagen aus dieser Zeit beeinflussen bis heute den typischen Chanel-Stil. Ihr Geliebter und früher Geldgeber Arthur Capel heiratete in England und verunglückte wenige Monate später tödlich bei einem Autounfall an der Côte d’Azur. Chanel war außerdem mit Pablo Picasso, Sergej Diaghilew, Jean Cocteau und Igor Strawinsky eng befreundet. Im Privatleben Chanels scheiterten zahlreiche Beziehungen, so auch die Verbindung mit dem russischen Fürsten Dimitri Pawlowitsch, den sie Ende des Krieges kennen gelernt hatte, und die Freundschaft mit dem Herzog von Westminster, Hugh Richard.

Erst 1954 kehrte Chanel wieder ins Berufsleben zurück. Ihre zu Kriegszeiten entstandene Kollektionen wurden nun produziert. Der Erfolg in den USA war überwältigend. Vor allem hier traf sie den Zeitgeist. Damit stellte sich auch der internationale Durchbruch des Hauses Chanel ein. Erstmals in der Geschichte der Mode waren Frauen in den zweiteiligen Kostümen von Chanel gleichberechtigt. Ihre Kostüme aus körnig weichen, melierten Tweeds mit aufgesetzten Taschen beeinflussten die Mode des 20 Jahrhunderts nachhaltig. Die Amerikaner liebten Chanel so sehr, dass sie ihr Leben 1969 in einer Broadway-Show nachspielten. Die Rolle der Coco Chanel wurde mit Katharine Hepburn besetzt. Anschließend wurde der Stoff auch mehrfach verfilmt.

Die bis ins hohe Alter aktive Coco Chanel starb am 10. Januar 1971 während der Vorbereitungen für eine weitere Kollektion im Alter von 87 Jahren in Paris.

Fashion:

       

              

       

 

Impressionen:

        

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                

 

Christian Audigier

Der französische Modedesigner und Unternehmer startete Ende der 1990er Jahre eine steile Karriere in der Modewelt. Als Chefdesigner des Biker-Labels Von Dutch setzte er mit Baseball-Caps, eigentlich Trucker-Hats, einen modischen Trend. Seinen internationalen Durchbruch feierte er 2004 mit dem Label Ed Hardy, welches vom Tattookünstler und Modeschöpfer Donald Ed Hardy gegründet wurde. Christian Audigier hatte sich hier von der Mode des White-Trash und von Rock’n’Roll inspirieren lassen. Verbunden mit ausgefallenen und bunten Tattoo-Motiven entstanden flippige und bunte Designs im Vintage-Look…

                                                                                           

Christian Audigier wurde am 23. Mai 1958 in Avignon geboren.

Aufgewachsen ist Audigier in ärmlichen uns sozial schwachen Verhältnissen. Die Schule beendete er ohne Abschluss. Seine ersten Schritte in der Modewelt machte er als Verkäufer und später als Designer für Jeans. Nach ersten wirtschaftlichen Erfolgen wurde er ab Mitte der 1970er Jahre für mehrere große Labels wie Diesel, Lee und Levi’s tätig, worauf er sich in Los Angeles, USA, niederließ. 1999 wurde er für Von Dutch als Chefdesigner aktiv. Binnen weniger Jahre stieg das Unternehmen zur weltweit operierenden Modemarke auf. Vor allem mit den so genannten Von-Dutch-Baseball-Caps, eigentlich Trucker-Hats, setzte er einen modischen Trend.

Allein mit den Kappen konnte ein Umsatz von 260 Millionen US-Dollar erzielt werden. Durch prominente Träger wie Madonna, Mike Tyson und Bill Clinton bekam die Biker-Marke zudem ein hohes Medienecho. Daneben konzentrierte sich Christian Audigier auf seine eigene Modelinie. Indes gründete 2002 der amerikanische Tattookünstler und Modeschöpfer Donald Ed Hardy das Mode-Label Ed Hardy, welches 2004 von dem Label Christian Audigier lizenziert wurde. Inspiriert von der Mode des White-Trash und von Rock’n’Roll gestaltete Christian Audigier ausgefallene und bunte Designs im Vintage-Look.

Diese kombinierte er mit Tattoo-Motiven aus der Werkstadt Donald Ed Hardy, der sich mittlerweile zur Ruhe gesetzt hatte. Das Label Ed Hardy by Christian Audigier avancierte zu einer der erfolgreichsten Modemarken des Jahrzehnts. Der legere bis provokante Stil bescherte ihm Käufer in allen Altersgruppen. 2008 erzielte Ed Hardy by Christian Audigier einen Jahresumsatz von 300 Millionen US-Dollar. Zu weiteren Projekten von Audigier zählte Smet in Zusammenarbeit mit Johnny Hallyday, das Label Crystal Rock seiner Tochter Crystal sowie das Label Christian Audigier.

Daneben erschienen aus der Reihe Ed Hardy auch Accessoires wie Sonnenbrillen, Taschen, Bettwäsche, Parfum und Energy Drinks.

            

            

Jean Paul Gaultier

Der französische Modemacher zählt zu den weltweit erfolgreichsten Textildesignern. Bereits mit 24 Jahren kreierte Jean Paul Gaultier sein eigenes Label, das international zu einer anspruchsvollen Marke avancierte. Gaultier entwirft Herren- und Damenkollektionen. Mit seiner Mode ist er auch im Filmgeschäft vertreten, wo er nicht nur für die Stars privat entwirft, sondern auch Filmkostüme kreiert. Der Modedesigner gilt als Exzentriker und Provokateur unter den Modemachern…

Jean Paul Gaultier wurde am 24. April 1952 in dem Pariser Vorort Arcueil als Sohn eines Buchhalters geboren.

Im Jahr 1970 begann Gaultier bei dem französischen Modeschöpfer Pierre Cardin als Designer-Assistent zu arbeiten. Bereits sechs Jahre später legte er ein eigenes Label vor. In seiner Stilrichtung bewies er sich schon früh als Revolutionär der Mode. Er machte seine Entdeckungen auf den Straßen von London und orientierte sich üblicherweise nicht am Look der Haute Couture. In seinen textilen Kreationen bewies Gaultier stets viel handwerkliches Geschick. Doch er benutzte sein Schaffen auch, um die hohe Kunst der Mode zu parodieren. Aus seinem unangepassten, exzentrischen Stil heraus kreierte er vielfache Neudefinitionen.

So schuf er in den 1980er Jahren das Korsettkleid, wobei er sich von seiner Großmutter inspirieren ließ. Diese Kreation trug die Sängerin Madonna, die dem Kleidungsstück damit zu Weltruhm verhalf. Der Unterwäsche verschaffte er mit diesem Glanzstück eine öffentlichkeitswirksame Akzeptanz und noch weit mehr. Die Grenzen des modischen Klischeedenkens überschritt Gaultier 1988, indem er Röcke für Männer entwarf. Auch zu diesem Thema zeigte er sich der Fachwelt und Öffentlichkeit als pfiffiger Mode-Revolutionär, der sich auch Fragen zur geschlechtsspezifischen Sozialisation stellt.

Neben seinem Standardprogramm der Damen- und Herrenkollektion schuf der Modemacher die junge Linie “JPG”, mit der er sich an die Zielgruppe von sportlichen Damen und Herren wendet. Auch eroberte er mit eigenen Kreationen den Parfum-Markt. Zur Vermarktung des Gaultier-Duftes lässt es sich der Modeschöpfer nicht nehmen, ab und zu an den Werbemaßnahmen persönlich teilzunehmen. 1989 leistete sich Gaultier einen Abstecher in den Bereich der Musik. In dieser Zeit nahm er eine Schallplatte auf, ohne sich jedoch von der Modewelt zu verabschieden. Obwohl sein Mode-Look international bekannt ist, lernten ihn die Briten darüber hinaus als Moderator der Fernsehserie “Eurotrash”, die sich durch Sketch-Produktionen auszeichnet, kennen.

Im Jahr 1997 setzte er den längsten Kuss im Werbebereich zwischen Kristen McManamy und einem Matrosen wirksam in Szene. Gaultier gilt nach dem Abtreten der Mode-Legende Yves Saint Laurent als dessen Nachfolger. Bereits heute wird ihm ein gleichwertiger Status zuerkannt wie seinem Vorgänger. Mit seinem Schaffen prägt Gaultier nachhaltig die internationale Haute Couture. Durch sein eigenwilliges Ausbrechen aus eingefahrenen Ideenbahnen liefert er stets neue Anregungen und exzentrische Modelle. So geht beispielsweise der Matrosen-Look ebenso auf den französischen Modedesigner zurück wie die von ihm aus recycelten Konservendosen entworfenen Armbänder.

Gaultiers neueste Linie zeichnet sich durch klare Strukturen und den Verzicht auf üppige Formen aus. Das Anspruchsvolle in der Gaultier-Mode wird unter anderem durch eine hohe Verarbeitungsqualität unterstrichen.

Fashion:

           

                                                                           

                                                

 

                                                                                                                                                                    

Weitere Impressionen:

 

                                                                                                   

 

Yves Saint Laurent

Der französische Bühnenzeichner avancierte als Protege von Christian Dior zu einem der einflussreichsten Modedesigner des 20. Jahrhunderts. Nach Diors Tod (1957) wurde Yves Saint Laurent zum Art Direktor bei Dior in Paris berufen. 1958 kreierte er mit großem Erfolg seine erste komplette Kollektion für Dior, bei der er die für Dior typische “New-Look-Linie” fortsetzte. Seinen Durchbruch feierte er nach seiner Karriere als Designer im Hause Dior mit einer avantgardistischen Kollektion, die als “Op-Art-Mode” entscheidend die Mode der Zeit beeinflusste. Er befreite die Kostüme von Wattierungen und Versteifungen an Taille, Brust und Schultern, ohne auf die Pracht und die Fülle der Kostüme à la Dior zu verzichten, wodurch eine edle Schlichte in der Mode Einzug fand…

Yves Saint Laurent wurde am 1. August 1936 im algerischen Oran geboren, wo er bei seinen Eltern aufwuchs und die Schule besuchte.

Saint Laurent war Sohn des leitenden Versicherungsangestellten Charles Saint-Laurent und dessen Frau Lucienne Mathieu. Die Großeltern beider Familien wiederum kamen aus Elsass-Lothringen und flohen während des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 nach Nordafrika. Als er das 17. Lebensjahr erreicht hatte, zog Saint Laurent alleine nach Paris, wo er eine Ausbildung zum Mode- und Bühnenzeichner an der Modeschule der Chambre Syndicale de la Haute Couture absolvierte. Erste Anerkennung fand Saint Laurent 1954, als er den 1. Preis des internationalen Wollsekretariats belegen konnte. Nun wurde auch der damalige Chefredakteur der “Vogue”, Michel de Brunhoff, auf seine Arbeiten aufmerksam, von denen er noch im selben Jahr zahlreiche Entwürfe in der französischen Ausgabe des Mode-Magazins veröffentlichte.

Die Reaktionen waren überwältigend und Saint Laurent erhielt eine Anstellung als Designer im Hause Christian Dior, wo er auch weiter ausgebildet wurde. Binnen weniger Monate stieg er hier, neben Christian Dior als dessen Protege, zum zweiten entscheidenden Couturier auf, der maßgeblich an allen Neuerungen beteiligt war. Nach einem Herzanfall verstarb Christian Dior am 24. Oktober 1957 und Saint Laurent wurde sein Nachfolger als Art Direktor im Hause Dior. 1958 kreierte er mit großem Erfolg seine erste komplette Kollektion für Dior, bei der er die für Dior typische “New-Look-Linie” fortsetzte. In seiner Kollektion von 1959 brach er die Tradition des Hauses und präsentierte stattdessen eine völlig neue und avantgardistische Arbeit mit amerikanischen Einflüssen, die er “Beat-Look” taufte. Das Haus Dior wollte jedoch keinesfalls seine traditionelle Linie aufgeben, weshalb Saint Laurent aus dem Unternehmen Dior ausschied.

Im Jahr 1960 wurde Saint Laurent, nach langjähriger Freistellung, zum Militärdienst eingezogen. 1962 kehrte er nach Paris zurück, wo er mit Hilfe seines Freundes Pierre Bergé unter seinem Namen ein eigenes Couture-Haus eröffnete. Bereits im ersten Jahr beteiligte sich Saint Laurent mit der Fortsetzung der “Beat-Look”-Kollektion an der Prêt-à-Porter-Show in Paris. Seinen internationalen Durchbruch als Modemacher feierte er 1963 mit der sogenannten “Op-Art-Mode”. 1965 folgten farbenfrohe Kostüme im Stil von Piet Mondriaan und 1966 entstand der “Schiwago-Look” mit ersten transparenten Oberteilen und Trenchcoats. Diese Modelle wurden innerhalb der neu gegründeten Linie “Rive Gauche” vertrieben, für die 1966 in Paris die erste Boutique eröffnet wurde. Weitere populärmachende Impulse aus den Hause Yves Saint Laurent waren Ende der 1960er Jahre ein neuartiger “Nostalgie-Look” und Mitte der 1970er Jahre der “Edel-Bäuerinnen-Look” in popigen Farben.

Anfang der 1980er Jahre entwarf Saint Laurent Bolero- sowie Liftboyjacken und sein Duft “Opium” avancierte neben “No. 5” von Coco Chanel zu dem international erfolgreichsten Parfum. Er machte auch in den 1980er Jahren, wie bereits 1967 für “Belle de Jour”, mit der Ausstattung zahlreicher Theater- und Ballettstücke auf sich aufmerksam. 1983 wurden Arbeiten von Yves Saint Laurent im Metropolitan Museum New York ausgestellt. Dabei war er der erste lebende Modedesigner, dem diese Ehre zuteil wurde. 1985 erhielt er die höchste Auszeichnung der Modewelt, den “Oscar de la mode”, für sein Gesamtwerk überreicht und wurde von Präsident François Mitterand in den Adelsstand der Ehrenlegion erhoben. Nach weiteren erfolgreichen Jahren, in denen Yves Saint Laurent 1995 zum Offizier der Ehrenlegion ernannt wurde, zeigte er im Oktober 1998 die letzte Prêt-à-Porter-Kollektion für das Label “Rive Gauche”.

Im Jahr 1999 wurde das Unternehmen, das im Laufe der Jahre in ihrer Haute Couture auch Herrenmode, Pelze, Schmuck, Parfums und eine Reihe von Accessoires entwarf, vom italienische Modehaus Gucci übernommen. In den folgenden Jahren zählte somit auch der Gucci-Designer Tom Ford zum führenden kreativen Personal bei Yves Saint Laurent. 2002 trat er auch als Berater und Designer zurück.

Yves Saint Laurent starb am 1. Juni 2008 in Paris.

Der Revolutionär

Yves Saint Laurent

Orange mit Pink und Rot oder Lila mit Gelb – Schneider der alten Schule konnten es kaum fassen, als Yves Saint Laurent die Regeln der Farblehre über Bord warf. Weiteres Meisterstück: der Smoking für Frauen. Stefano Pilati führte das große Erbe in die Zukunft und wurde abgelöst von Hedi Slimane.

      

     

Fashion:

                                   

                                        

 

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